Innenschau fühlt sich für mich gruselig an. Trotzdem kam irgendwann der Punkt, an dem es ohne sie nicht mehr ging.
Meditationsapps habe ich immer wieder vergessen oder ihre Benachrichtigungen ignoriert. Irgendwie konnte ich nie wirklich etwas mit diesem Konzept anfangen.
Außerdem wünschte ich mir etwas, das wirklich mir gehört.
Nicht als Geschäftsidee. Nicht als Projekt. Sondern als etwas, worauf ich stolz sein kann. Etwas, das mich repräsentiert. Das Angestelltenleben in einer 40-Stunden-Woche hat mich nie so erfüllt wie mein kreatives Dasein.
Also habe ich etwas anderes für mich entdeckt: das Schreiben von Kurzgeschichten. Plötzlich konnte ich meine intensiven Emotionen in Metaphern verwandeln. Sie bekamen einen Platz und mussten mich nicht länger überwältigen.
Gleichzeitig liebe ich Fantasy. Geschichten, Filme und Tagträume. Welten, in denen Figuren durch Dunkelheit gehen und auf der anderen Seite mehr sie selbst sind als zuvor. Ich mochte schon immer Charaktere, die sich gegen bestehende Systeme stellen, wenn der vorgegebene Weg für sie keinen Sinn ergibt.
Fantasy wurde für mich zu einem sicheren Ort, an dem ich Themen verarbeiten konnte, vor denen ich im Alltag oft weggelaufen bin.
Irgendwann haben sich diese beiden Welten verbunden. Es fühlte sich an wie dieser Moment in einem Film, in dem die Protagonistin endlich findet, was wirklich zu ihr gehört. Etwas, das ihr niemand mehr nehmen kann.
Ich wollte Geschichten schreiben, die sich nicht nur lesen lassen, sondern Menschen dabei begleiten, ihre eigene Reise durch Zweifel, Sehnsucht und Veränderung zu gehen. So entstand Soul Sidequest.
Soul Sidequest ist mein Versuch, genau dafür einen Raum zu schaffen. Einen Ort für Menschen, die nicht perfekt funktionieren wollen, sondern neugierig genug sind, ihrer eigenen Geschichte zu folgen.
Im Gaming sind Sidequests freiwillige Wege abseits der Hauptgeschichte. Für mich sind genau diese Umwege oft die eigentliche Reise. Dort entsteht Wachstum. Dort kommen wir uns selbst näher.
Soul Sidequest erinnert mich daran, dass persönliches Wachstum selten geradlinig verläuft. Selbstoptimierung fühlt sich oft wie ein weiterer Punkt auf der To-do-Liste an. Ich möchte einen sanfteren und vielleicht verspielteren Zugang zu mir selbst schaffen.
Und wenn wir ehrlich sind, brauchst du meine Boxen dafür vielleicht gar nicht. Sie sind eine Einladung. Eine Sammlung aus den Erfahrungen, Übungen und kleinen Ritualen, die mir auf meinem eigenen Weg geholfen haben (fünf Dinge, die du sehen kannst, vier Dinge, die du fühlst oder berühren kannst...). Darum sind meine Boxen auch ein multisensorisches Erlebnis. Du kannst die Inhalte sehen, fühlen, riechen, schmecken und hören (aber bitte schmecke sie nicht wortwörtlich... außer it is your thing - you do you!).
Ich möchte das weitergeben, was mir geholfen hat. Ich glaube nicht, die eine richtige Antwort zu haben, sondern ich weiß, wie wertvoll ein kleiner Anstoß zur richtigen Zeit sein kann.
Gerade Frauen wird noch immer beigebracht, sich anzupassen, unbezahlte Care-Arbeit zu leisten, nicht zu laut zu sein und sich in vorgegebene Rollen einzufügen. Ich wünsche mir einen Gegenentwurf. Einen Ort, an dem Neugier wichtiger ist als Perfektion und an dem wir unseren eigenen Weg finden dürfen, statt ständig Erwartungen zu erfüllen.
Ich glaube, dass Wachstum nicht ordentlich aussieht. Dass man Trauer und Sehnsucht in sich tragen und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, etwas Schönes erschaffen kann.
Darum Soul Sidequest.
Und vielleicht bist du deswegen hier.
Und selbst wenn nicht, freue ich mich, dass sich unsere Wege für einen kleinen Moment gekreuzt haben.
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